Kompostplatzwasserreinigung mit Bewachsenen Bodenfiltern |
|
|
|
|
|
Gunther Geller, Gunhild Höner, Claus Lindenblatt, Peter Wilderer
|
|
| Bewachsene Bodenfilter als Verfahren der Biotechnologie | |
|
Zu diesem Thema fördert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt ein Verbundprojekt, bei dem es um innovative Umweltforschung und beispielhafte Umsetzung naturnaher Abwasserreinigungstechnologie geht. In dem hier vorgestellten Teilprojekt wird erstmals die Eignung bewachsener Bodenfilter zur Reinigung von Kompostplatzabwasser im großtechnischen Maßstab untersucht. Zum Einsatz kommt eine wartungsarme, einfache Technik, die wenig Personal sowie Energie benötigt und möglichst keine besonderen Reststoffe erzeugt. Als Ergebnis der wissenschaftlichen Begleitung wird die Betriebssicherheit der Verfahrenskombination mit Vorklärung, Rückführung und Vertikalfilter in der Praxis aufgezeigt. Weiterhin ist die Absicherung der Bemessungskriterien auch bei stark belasteten Abwässern von besonderer Bedeutung. Die dokumentierten Ergebnisse und Empfehlungen sollen für Hersteller, Planer und Kommunen eine fundierte Entscheidungshilfe bieten.
|
|
| Klärsystem | |
|
Die untersuchte Praxisanlage steht in Quarzbichl/Oberbayern am Standort der WGV Recycling GmbH und ist für die Abwasserbehandlung von 25 m3/d vorgesehen. Als Abwasser fällt je Tonne Kompost 1 m3 verschmutztes Niederschlagswasser mit einem geringen Anteil Prozesswasser an.
|
|
|
|
Die Abwasserbehandlungsanlage besteht aus:
|
|
| Arbeitsprogramm | |
|
|
|
|
Anfang Juli 1999 erfolgte die Inbetriebnahme der
Anlage. Bisher wurden etwa 5.000m3 Abwasser behandelt.
|
|
|
Verbesserungen im Vorfeld, d.h. im Kompostwerk
und an der Vorklärung ermöglichen eine weitere Erhöhung des Durchsatzes.
Zur Abtrennung der Feststoffe wurden verschiedene Untersuchungen
durchgeführt. Es werden Maßnahmen zur Vermeidung von Schlammeintrag und
Ablagerungen im Sammelbecken untersucht.
Mit der Rezirkulation ist die Beetbeschickung auf konstant 50 bis 60 mm/d eingestellt. Die Bilanz zeigt den Reinigungsgrad mit Bezug zur Temperatur und zur Belastung. Zu Beginn und am Ende der Versuchszeit werden Bodenuntersuchungen durchgeführt und die Verweilzeit des Abwassers im Bodenfilter bestimmt.
|
|
| Bisherige Ergebnisse | |
|
Die mechanische Vorreinigung des Rohwassers ist der wichtigste Verfahrensschritt vor der Zuleitung auf den Bodenfilter. Mit jedem abgeschiedenen Gramm Trockensubstanz wird das Abwasser um 950 mg/l CSB, 37 mg/l TKN und 9 mg/l Gesamtphosphat reduziert. Kontrolliertes Absetzen zeigte sich als das effektivste Verfahren zum Abtrennen der Trockensubstanz. Im abgesetzten Rohwasser liegen die Konzentrationsverhältnisse von CSB/ TKN/ Pges im Mittel bei 100/ 7/ 1. Der CSB beträgt bei 15% der abgesetzten Proben mehr als 2.700 mg/l. In den Sommermonaten kann es zu Konzentrationsspitzen kommen. Die Ablaufqualität gemäß Anhang 51 kann bezüglich CSB, BSB5 und Stickstoffkonzentration sicher eingehalten werden. Im Pflanzenbeet wird Ammonium bei Temperaturen über 5°C fast vollständig nitrifiziert. Nitrat vom Rücklaufstrom wird im Vorlagebehälter denitrifiziert. Der Phosphatrückhalt wird durch Fällmittelzugabe gestützt. AOX und Schwermetalle stellen kein Problem dar. Im weiteren Vorhaben wird der Vorlagebehälter zur teilweisen biologischen Behandlung durch zyklisches Rühren, Belüften und Absetzen aktiviert. Damit werden vermehrt Trübstoffe und Phosphor in der Vorklärung zurückgehalten. Zur Phosphorentfernung wird auch der Einsatz von eisenhaltigem Wasserwerkskies im Ablauf der Bodenfilter untersucht.
|
|
|
Das Forschungsvorhaben ist Teil des durch die Deutsche Bundesstiftung für Umwelt geförderten Verbundprojektes „Bewachsene Bodenfilter". (Förderkennzeichen: AZ 14178-04)
|